Schlagwort: sichtbare u. spürbare Liebe Gottes

Text in Blickwinkel, Nordkirche

Sichtbare und spürbare Liebe Gottes

Träume können wahr werden – Gebete erhört werden. Daran glaube ich. Was ich mir von der Kirche erträume? Dass die Liebe Gottes im Mittelpunkt steht und nicht der erhobene Zeigefinger. Er liebt DICH. Dich, wo Du gerade diese Zeilen liest. Er liebt Dich mit all Deinen Ecken und Kanten. Wenn es Dir gut geht und wenn Du am Boden bist. Wenn Du Dich voll tiefen Glauben fühlst und wenn Du tiefe Zweifel hast. Er lässt Dich nicht los. Er liebt Dich. Gott sei Dank. Mein Traum von Kirche: Sichtbare und spürbare Liebe Gottes.

Ich träume von einer Kirche die offen ist für Menschen. Große, kleine, dicke, dünne, Gott hat sie alle lieb. Gott macht keine Unterschiede, Gott hat sie alle lieb. Reiche, arme, gesunde, kranke, Gott hat sie lieb. So ein Kinderlied, das es ganz einfach auf den Punkt bringt. Ich wünsche mir eine Kirche, die den Menschen vorurteilsfrei begegnet. Eine Kirche, für die es ganz klar ist, dass Sie zwei Menschen traut, die Gott zusammengefügt hat und die ihre Liebe unter Gottes Segen stellen wollen. Eine Kirche, die nicht verurteilt, weil jemand nicht der uns vermeintlichen Norm entspricht.

Ich wünsche mir eine Kirche, bei der Kinder da sein können und man ihnen nicht während des Gottesdienstes den Mund zuhalten muss. Ich wünsche mir eine einladende Kirche. Ich wünsche mir eine Kirche auf Augenhöhe. Als Bestatterin wünsche ich mir eine Kirche, die da ist, in Freud, in Leid, in Krankheit, beim Sterben. Eine Kirche, die die Menschen begleitet, den Verstorbenen, wenn gewünscht, segnet. Eine Kirche, die darum weiß, wie wichtig die Worte an einer Trauerfeier sein können und wie man so Menschen erreichen kann, die vielleicht sonst nie in einen Gottesdienst gehen.

Ich wünsche mir eine Kirche, die es zulässt, dass Trauergottesdienste auch in Kirchen stattfinden. Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, alles findet in der Kirche statt. Da ist es doch das Naheliegendste, so man an das ewige Leben glaubt, dass gerade auch der Abschied vom irdischen Leben in einem Gotteshaus stattfindet.

Bis zu meinem Wegzug war ich Mitglied in der Nordgemeinde. Das Schöne ist, ich weiß, hier stehen die Türen offen. An dieser Stelle an DICKES DANKE dafür!

Ute H. Züfle