Geschichten aus Möhringen

Möhringen – die Wiege unserer Firma. Möhringen – das „Zuhause“ von Häfner & Züfle. Darum gibt’ s an dieser Stelle ein paar Kurz-Geschichten aus Möhringen.

Pudelwohl

Wir schreiben das Jahr 2006. Da sind wir nun, in der Widmaierstraße 96, im Salzäcker.
Wir fühlen uns „pudelwohl“ in Möhringen, im Salzäcker, in der Widmaierstraße, in unseren hellen, fensterreichen Räumen. Und mit Frau Häfners Pudeldame „Perla“.
Wenn wir unterwegs waren, hütete sie „den Laden“, saß an der Glastür und beobachtete die Menschen. Und wie sie so da saß, zauberte sie manch einem ein Lächeln ins Gesicht. Trauerende, die zu uns kamen, freuten sich stets an Perla. Auch dann, wenn sie hin und wieder einem Angehörigen auf dem Schoß sitzend ein Rülpserle schenkte.

Perla durfte sich mittlerweile etwas in „Altersteilzeit“ zurückziehen. Darum sitzt sie nur noch ganz selten an der Glastür.

Mäuerle

Vor unseren Räumen gibt es ein kleines Mäuerle.
Erinnern Sie sich noch, wie auch Sie sicherlich gerne als Kind auf einem Mäuerle balanciert sind? Falls Sie es mal wieder versuchen möchten: Das ist direkt vor unserer Haustüre möglich. 😉

Kinder balancieren … Tag ein, Tag aus. Unsere Fenster haben einen Sichtschutz. Doch kleine Kinder können unten durch spiggeln und winken uns schonmal zu, wenn sie erfolgreich übers Mäuerle getappt sind. Wenn der Kindergarten einen Ausflug macht, wird’ s voll auf dem Mäuerle. Wie viele kleine – und vielleicht auch große – Füße da wohl schon drüber sind?
Deine auch?

Bleiben wir im Herzen nicht immer Kind? Ich wünsche es Dir.
Balanciere über Mäuerle.
Schlender durchs Laub.
Hüpfe in Pfützen.
Pflücke einen Wiesenblumenstrauß.
Tanze barfuß im Regen.
Trink mal wieder einen Kakao.

Mann in orange

Die Müllabfuhr fährt durch die Straßen und nimmt dankenswerter Weise auch den Müll aus Möhringen mit. Plötzlich kamen 2 im orangenen Anzug auf unsere Tür zu.
Was wollen die bei uns? Haben wir den Müll falsch getrennt? Ist jemand gestorben?
Strahlend schaute mich einer der beiden Männer an und fragte „Darf ich vielleicht mal bei Ihnen die Hände waschen?“ Ich lächle zurück „Klar, natürlich, vielleicht auch ein Glas Wasser?“
Fortan winkte der nette Herr in orange stets, wenn er am Haus vorbei fuhr.

Six feet under

Eine Dame kommt zur Türe herein „Können Sie mir Geld wechseln für Zigaretten?“
Wir wundern uns … ist doch um‘ s Eck eine Tankstelle, in der man auch mit großen Scheinen einkaufen kann … aber wir haben uns gefreut über diese Begegnung. An der Türschwelle meinte sie schmunzelnd: „Ich sage immer, wir haben jetzt auch „SIX FEET UNDER in Möhringen –  mit zwei Frauen!!!“
Wer es nicht kennt: „SIX FEET UNDER“ ist eine TV-Serie mit zwei Brüdern 😉

Auch so was

„,Meine Schul-Freundin hat auch so was, nur in Aachen“ … sagte uns einst die Chefin vom Büro nebenan. Wir verstanden nicht … wie „auch so was“? Und was „so was“?

Mittlerweile wissen wir, sie meinte „auch ein Bestattungsunternehmen, geführt von zwei Frauen“. Die zwei Frauen kennen wir inzwischen witzigerweise sogar persönlich. Wir sind, wie die beiden auch, Mitglieder in einem deutschlandweiten Netzwerk von innovativen Bestatterinnen und Bestattern.

Boaaa!

Kinder gehen mit dem Thema Tod oftmals viel einfacher um, als wir Erwachsene.
Möhringen, ca. Herbst 2009: Unser Bestattungsfahrzeug, liebevoll „Rose“ genannt, steht in der Widmaierstraße. Kinder kommen vorbei. „Boaaa … schau mal … diese Limousine!!!“
„Bist Du blöd, das ist doch ein Leichenwagen!“ so der andere.  Als ich auf die Straße kam fragten mich die beiden Jungs „Können wir da mal reinschauen?“ Als ich alles gezeigt und erklärt hatte, zogen sie zufrieden von dannen.
Habe den Mut zu fragen und neugierig zu sein! Egal wie alt Du bist.

Leben in der Bestatterinnenbude

Der Bauwagen des Kindergartens brauchte einen neuen Anstrich. Ein Graffiti-Künstler war gefunden. Wir wurden angefragt zu sponsern. Sofort haben wir „Ja“ gesagt, kennen wir doch das eine Kind tatsächlich, das andere Kind vom „über die Mauer laufen“. Der Tag der Einweihung.
Wir waren eingeladen auf ein Glas Sekt und ein Stück Kuchen. Die Erzieherin sagte in die Runde „Heute ist jemand da, den ihr nicht kennt …“ die Antwort vieler strahlender Kinder „die Ute“.
Was hab ich mich gefreut, dass die Kinder mich kennen. Ein paar Tage später stand die ganze Kindergartentruppe erneut in unseren Räumen um sich nochmals zu bedanken.
Wie schön, eine Horde Kinder und somit „Leben in unserer Bude“.

Möhringer Herbst

Jedes Jahr sind wir und unser Team mit einem Stand in der Filderbahnstraße vertreten.
Viele schöne Erlebnisse und Begegnungen hatten wir in den vergangenen Jahren.
Meist ist es bitter kalt, einmal war es so heiß, dass wir vermutlich mit Sonnenbrand nach Hause gegangen sind.
Vergangenes Jahr fahren wir mit unserem Zelt in Richtung Standplatz als uns die Polizei anhält.
Mir geht durch den Kopf „Was ist denn jetzt?“ Klar, hier ist ein Sperrschild, weil die ganze Straße heute gesperrt ist, aber wir müssen ja unser Zelt und Infomaterial hinbringen.
Wir dürfen nicht weiterfahren – Wasserrohrbruch – genau an unserem Standplatz!
Das fängt ja schon mal gut an dachte ich … Aber, die Möhringer haben immer einen Plan B in der Tasche, so durften wir einen anderen Standplatz wahrnehmen, wo wir uns mal wieder pudelwohl fühlten. DANKE, an den GHV und DANKE, liebe Möhringer und BesucherInnen aus Nah und Fern für all die schönen Gespräche und Begegnungen – jedes Jahr aufs Neue!

Post ist da!

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wo die Postbotin eigentlich zur Toilette geht?
Zwischenzeitlich wissen wir die Antwort: „Bei Häfner & Züfle“.

 

Ute H. Züfle